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Kipper: Typen, Nutzlast, Maße und Hersteller im Überblick
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Kipper: Typen, Nutzlast, Maße und Hersteller im Überblick

Kipper-Typen: Hinter-, Zwei- und Dreiseitenkipper, Klassen von 3,5 t bis Sattelkipper, Nutzlast, Stahl- oder Alumulde, Hersteller und Gebraucht-Check.

Kipper sind die Arbeitstiere der Bauwirtschaft: Ladefläche anheben, Schüttgut rutscht heraus, weiter zur nächsten Baustelle. Vom 3,5-t-Transporter über den Dreiseitenkipper bis zum 8x4-Vierachser und zum Sattelkipper mit 27 t Nutzlast reicht die Bandbreite. Dieser Ratgeber ordnet die Typen nach Kipprichtung, Fahrzeugklasse und Aufbau, nennt Nutzlasten, Hersteller und Prüfpflichten – und zeigt, worauf es beim Kauf und Verkauf gebrauchter Kipper ankommt.

Was ist ein Kipper?

Ein Kipper ist ein Nutzfahrzeug, dessen Ladefläche hydraulisch angehoben wird, sodass die Ladung durch ihr eigenes Gewicht abrutscht. Entladen wird damit in ein bis zwei Minuten ohne Bagger, Kran oder Muskelkraft – der Grund, warum Sand, Kies, Erdaushub, Bauschutt, Asphalt, Getreide, Hackschnitzel und Schrott fast ausschließlich mit Kippern gefahren werden. Der Aufbau ist entsprechend robust: verstärkter Hilfsrahmen, dicke Seitenwände, ebener Boden aus Stahl oder Aluminium, hinten eine Pendelklappe, die beim Kippen selbsttätig aufschwingt.

Gekippt wird über einen Teleskopzylinder. Beim Frontkipper sitzt er vorn an der Stirnwand und drückt die Mulde nach hinten, beim Unterflurkipper liegt er unter der Ladefläche und hebt sie mittig an – letzteres ist Voraussetzung für Drei-Seiten-Kippen. Angetrieben wird die Hydraulik über einen Nebenabtrieb am Getriebe.

Typen nach Kipprichtung

Hinterkipper (Einseitenkipper)

Kippt nur nach hinten, entgegen der Fahrtrichtung. Die einfachste, günstigste und stabilste Bauart mit dem höchsten Kippwinkel und der größten Nutzlast – Standard bei schweren Bau-Lkw, Sattelkippern und allem, was Erdaushub und Bauschutt fährt.

Zweiseitenkipper

Kippt nach rechts und links, nicht nach hinten. Selten als Lkw-Aufbau, häufiger bei Landmaschinen- und Kommunalanhängern, wenn seitlich in Schwad oder Silo abgeladen wird.

Dreiseitenkipper

Kippt nach hinten, rechts und links; alle drei Bordwände lassen sich einzeln aushängen. Die flexibelste Bauart und deshalb der Standard bei Handwerk, Garten- und Landschaftsbau, Kommunen und im Baustoffhandel – überall dort, wo neben der Baustelle abgeladen wird, ohne rangieren zu können. Preis: etwas weniger Nutzlast und ein aufwendigerer Kipprahmen.

Typen nach Fahrzeugklasse

  • Transporter bis 3,5 t: Pritschenkipper auf Sprinter, Crafter, Daily, Transit oder Boxer, meist Dreiseitenkipper, Nutzlast 900 bis 1.400 kg, Führerschein B. Für Handwerk und Garten- und Landschaftsbau. Was der Aufbau an Nutzlast kostet, steht im Ratgeber Pritschenwagen.
  • 7,5-Tonner und 12-Tonner: Dreiseitenkipper mit 3 bis 6 t Nutzlast, oft mit Ladekran; typisch Mercedes-Benz Atego, MAN TGL und TGM, Iveco Eurocargo.
  • 2-Achser 18 t: Hinter- oder Dreiseitenkipper, Nutzlast 9 bis 11 t, Muldenvolumen 8 bis 10 m³.
  • 3-Achser 26 t (6x4, 6x2): die meistgehandelte Bau-Klasse, Nutzlast 14 bis 16 t, Mulde 12 bis 16 m³, meist Hinterkipper mit Stahlmulde.
  • 4-Achser 32 t (8x4): der klassische Baustellen-Kipper, Nutzlast 18 bis 20 t, Mulde 16 bis 20 m³, Allradantrieb und Blattfederung für unbefestigten Untergrund.
  • Sattelkipper: Kippauflieger hinter einer Sattelzugmaschine, im 40-t-Zug 24 bis 27 t Nutzlast, Mulde 24 bis 30 m³ Stahl oder bis 40 m³ Alu. Für lange Strecken zwischen Kieswerk, Asphaltmischanlage und Baustelle; Details im Ratgeber Sattelauflieger.
  • Kippanhänger: Zwei- und Dreiachsanhänger hinter Motorwagen (Kipper-Hängerzug, zusammen bis 40 t), dazu Tandem- und Drehschemelanhänger in der Landwirtschaft.

Muldenkipper und Dumper

Der Begriff Muldenkipper meint zwei verschiedene Dinge. Im Straßenverkehr ist es der Lkw mit Kippmulde. Im Tagebau und auf Großbaustellen bezeichnet er die knickgelenkten Dumper und die starren Schwerlast-Muldenkipper von Caterpillar, Komatsu, Liebherr, Volvo CE, Bell und Hitachi mit 25 bis über 400 t Nutzlast – Arbeitsmaschinen ohne Straßenzulassung, die auf dem Tieflader transportiert werden. Wer „Muldenkipper" sucht und einen Bau-Lkw meint, meint in aller Regel den Hinterkipper.

Abgrenzung: Kipper, Abrollkipper, Absetzkipper

Beim klassischen Kipper ist die Mulde fest mit dem Fahrzeug verbunden. Bei den Wechselladern ist sie es nicht: Der Abrollkipper zieht genormte Container von 10 bis 40 m³ über einen Haken längs auf den Rahmen und kippt sie ebenfalls; der Absetzkipper hebt kleinere Mulden von 3 bis 10 m³ mit zwei Teleskoparmen über das Heck. Faustregel: Wer immer dasselbe Material fährt, nimmt den festen Kipper; wer Behälter beim Kunden stehen lässt, den Wechsellader.

Mulde: Stahl oder Aluminium, Kastenform oder Halbrund

  • Stahlmulde: verschleißfest gegen Bauschutt, Schrott und scharfkantiges Gestein, oft aus Hardox-Feinkornstahl; schwerer, dafür langlebig. Standard im Hoch- und Tiefbau.
  • Alumulde: 800 bis 1.500 kg leichter, also entsprechend mehr Nutzlast je Fahrt – im Kies-, Getreide- und Asphalttransport verbreitet, empfindlicher gegen Schlag und Abrasion.
  • Halbrund- statt Kastenmulde: kein Ansetzen von feuchtem Material in den Ecken, besseres Auslaufverhalten, geringeres Eigengewicht.
  • Isolierte Mulde mit Abgasheizung und Thermoplane: Pflicht im Asphalttransport, damit das Mischgut auf Einbautemperatur bleibt.

Hersteller

Bei den Aufbauten führt Meiller den europäischen Markt an, dazu Schmitz Cargobull, Kögel, Carnehl, Langendorf, Fliegl, Schwarzmüller, Kässbohrer, Wielton, Menci, Bennes Marrel und Hüffermann; Kipper für Transporter und leichte Lkw von Meiller, Schoon, Palfinger und Dautel. Die Fahrgestelle kommen von Mercedes-Benz (Arocs, Atego), MAN (TGS, TGM, TGX), DAF (CF, XF, XD), Scania (P, G, XT), Volvo (FMX, FM), Renault (C, K) und Iveco (Trakker, X-Way, Eurocargo). Gebraucht am gefragtesten sind 8x4- und 6x4-Hinterkipper mit Meiller-Stahlmulde und Sattelkipper von Schmitz, Kögel und Carnehl.

Prüfungen und Pflichten

  • Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung: Lkw über 7,5 t jährlich HU plus SP; Anhänger über 10 t ebenfalls mit SP.
  • Kippaufbau und Ladekran: Kranaufbauten und andere Arbeitsmittel am Fahrzeug sind jährlich von einer befähigten Person zu prüfen (DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge" in Verbindung mit der Betriebssicherheitsverordnung), Nachweis im Prüfbuch.
  • Kippen und Standsicherheit: Umstürzen beim Abkippen ist die häufigste schwere Schadensart – Ursachen sind seitliche Neigung, anklebendes Material und weicher Untergrund. Viele neuere Fahrzeuge haben eine Neigungswarnung.
  • Ladungssicherung und Abdeckung: Schüttgut ist gegen Herabfallen und Verwehen zu sichern, in der Praxis über Rollplane oder Netz.
  • Führerschein: C bzw. CE, bis 7,5 t C1; im gewerblichen Güterverkehr Schlüsselzahl 95. Maut ab 7,5 t nach Achszahl, Gewicht und CO₂-Klasse.

Gebrauchter Kipper: Worauf achten?

  • Mulde: Boden auf Durchrostung und Ausbeulungen prüfen (mit dem Hammer abklopfen), Schweißnähte an den Seitenwänden, Zustand der Pendelklappe und ihrer Verriegelung, Verschleiß im vorderen Drittel des Bodens.
  • Kipprahmen und Zylinder: Risse an Kipplagern und Hilfsrahmen, Zylinder ohne Riefen und Leckagen, Mulde hebt gleichmäßig und ohne Ruckeln, hält oben ohne abzusinken.
  • Hydraulik und Nebenabtrieb: Pumpengeräusche, Ölzustand, Dichtheit der Leitungen, Funktion aller drei Kipprichtungen beim Dreiseitenkipper.
  • Fahrgestell: Bau-Lkw haben harte Kilometer – Federn und Federböcke, Achsschenkel, Rahmen auf Risse hinter dem Fahrerhaus, Bremsen, Reifen (bei 8x4 acht Stück), Allradfunktion und Differenzialsperren testen.
  • Motor und Abgasnachbehandlung: Betriebsstunden neben Kilometern lesen (Kipper stehen viel im Stand), AdBlue-System und Partikelfilter, Fehlerspeicher.
  • Papiere: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, HU und SP, Prüfbuch für Kran und Arbeitsmittel, Wartungsnachweise. Welche Unterlagen der Verkauf braucht, steht im Ratgeber wichtige Dokumente für den Lkw-Verkauf.

Restwert: Was ist ein gebrauchter Kipper wert?

Kipper halten ihren Wert besser als Fernverkehrs-Sattelzugmaschinen: Die Nachfrage aus Bau, Kommunen und Export ist konstant, die Technik ist einfach, und Baustellenfahrzeuge haben trotz harter Arbeit oft niedrige Kilometerstände. Wertbestimmend sind Achsformel und Antrieb (8x4 und 6x4 vor 6x2), Muldenhersteller und -zustand, Betriebsstunden, Rahmen- und Federzustand, Abgasnorm sowie HU und SP. Im Export nach Osteuropa, Nordafrika, Westafrika und in den Nahen Osten werden auch 12 bis 18 Jahre alte Kipper gesucht – welche Altersgrenzen und Abgasnormen die Zielländer vorschreiben, steht im Ratgeber Gebrauchte Lkw exportieren. Eine konkrete Zahl für Ihr Fahrzeug liefert die kostenlose Bewertung auf Basis realer Verkäufe; danach bieten geprüfte Händler aus über 34 Ländern verbindlich – Kipper verkaufen mit truckoo.

Häufige Fragen zum Kipper

Welche Kipper-Typen gibt es?

Nach Kipprichtung Hinterkipper (Einseitenkipper), Zweiseiten- und Dreiseitenkipper; nach Fahrzeugklasse Transporter-Kipper bis 3,5 t, 7,5- und 12-Tonner, 18-t-Zweiachser, 26-t-Dreiachser, 32-t-Vierachser, Sattelkipper und Kippanhänger.

Was ist der Unterschied zwischen Hinterkipper und Dreiseitenkipper?

Der Hinterkipper kippt nur nach hinten, hat den höheren Kippwinkel, mehr Nutzlast und einen einfacheren Aufbau. Der Dreiseitenkipper kippt zusätzlich nach rechts und links und ist dadurch flexibler, aber schwerer und teurer.

Wie viel Tonnen lädt ein Kipper?

Transporter bis 3,5 t rund 1 t, 7,5-Tonner 3 bis 4 t, 18-t-Zweiachser 9 bis 11 t, 26-t-Dreiachser 14 bis 16 t, 32-t-Vierachser 18 bis 20 t, Sattelkipper im 40-t-Zug 24 bis 27 t. Die verbindliche Nutzlast steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I als Differenz aus Feld F.1 und Feld G.

Was ist ein Muldenkipper?

Im Straßenverkehr ein Lkw mit fester Kippmulde, meist als Hinterkipper. Im Tagebau und im Erdbau die knickgelenkten Dumper und starren Schwerlast-Muldenkipper von Caterpillar, Komatsu, Liebherr oder Volvo CE mit 25 bis über 400 t Nutzlast – Arbeitsmaschinen ohne Straßenzulassung.

Stahl- oder Alumulde?

Stahl für Bauschutt, Schrott und scharfkantiges Material, weil verschleißfester; Aluminium für Kies, Getreide und Asphalt, weil 800 bis 1.500 kg leichter und damit mehr Nutzlast je Fahrt.

Welchen Führerschein braucht man für einen Kipper?

Bis 3,5 t Klasse B, bis 7,5 t C1, darüber C, mit Anhänger oder als Sattelkipper CE. Im gewerblichen Güterverkehr kommt die Schlüsselzahl 95 dazu.

Autor
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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Geschäftsführer der truckoo GmbH, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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