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Schadstoffklasse und Fahrzeugkategorie am Lkw prüfen
Schadstoffklasse und Fahrzeugkategorie am Lkw prüfen
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Schadstoffklasse und Fahrzeugkategorie am Lkw prüfen

Wo Euro-Norm und Fahrzeugklasse am Lkw stehen: Feld 14.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I, Schlüsselnummern, die Klassen N1 bis N3 und der Euro-7-Zeitplan.

Warum Euro-Emissionsklassen eingeführt wurden

Das Hauptziel der Euronorm-Vorschriften besteht darin, neue Autos und Nutzfahrzeuge umweltfreundlicher zu machen, indem ihre Abgasemissionen begrenzt werden. Die ersten Abgasvorschriften reichen bis in die 1970er Jahre zurück – jedoch wurde erst 1992 der erste EU-weit geltende Standard, bekannt als Euro 1, eingeführt. Seitdem folgte eine Reihe von Euro-Emissionsstandards bis hin zum aktuellen Euro 6, der im September 2014 eingeführt wurde.

EURO 7

Euro 7 ist beschlossen: Die Verordnung (EU) 2024/1257 wurde am 8. Mai 2024 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie gilt nicht auf einen Schlag, sondern gestaffelt nach Fahrzeugklasse. Für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (M1, N1) greift sie ab dem 29. November 2026 für neue Typgenehmigungen und ab dem 29. November 2027 für alle Neuzulassungen. Für schwere Nutzfahrzeuge (M2, M3, N2, N3) gelten der 29. Mai 2028 für neue Typgenehmigungen und der 29. Mai 2029 für alle Neuzulassungen. Bereits zugelassene Fahrzeuge behalten ihre Euro-Norm – auf dem Gebrauchtmarkt bleibt Euro 6 deshalb noch lange die maßgebliche Klasse.

Künftige Änderungen bei den Euro-Klassen

Selbst wenn neue Vorschriften durchgesetzt werden und neue Fahrzeuge die erforderlichen Kriterien erfüllen, bleibt das Problem der Umweltverschmutzung bestehen. Gebrauchte Fahrzeuge aus Industrieländern werden häufig in Entwicklungsländer exportiert, insbesondere nach Afrika, aber auch in geringerem Maße nach Osteuropa, Asien, Lateinamerika und den Nahen Osten. In den meisten dieser Länder gibt es nur schwache oder sehr schwache Vorschriften für die Einfuhr gebrauchter Fahrzeuge. Die Fahrzeuge sind daher oft im Durchschnitt 16–20 Jahre alt und erfüllen bestenfalls Euro-3-Standards.

Welche Euro-Norm und welches Fahrzeugalter ein Zielmarkt akzeptiert, ist von Land zu Land verschieden und ändert sich laufend: Manche Staaten lassen ältere Fahrzeuge noch mit Euro 3 herein, andere verlangen eine höhere Norm, wieder andere arbeiten mit Altersgrenzen oder Strafzöllen statt mit Abgasnormen. Die einzelnen Länderregeln mit Datum und Quelle führen wir an einer Stelle: im laufend gepflegten Ratgeber Gebrauchte Lkw exportieren: Altersgrenzen und Einfuhrregeln. Dort steht zum Beispiel, dass Serbien für die Fahrzeugklasse N mindestens Euro 3 verlangt und Saudi-Arabien Lkw über 3,5 Tonnen nur bis zu einem Alter von fünf Jahren abfertigt, gezählt ab dem 1. Januar des Baujahres. Prüfen Sie die Vorschriften des Landes, in das Sie exportieren oder fahren, vor jeder Verschiffung.

E-Lkw

Um umweltfreundliche und nachhaltige Lösungen zu fördern, müssen neben den Euro-Normen auch neue Fahrzeugtypen berücksichtigt werden. Ein Elektro-Lkw ist ein Lkw, dessen Antriebstechnologie entweder (a) rein batteriebetrieben, (b) Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis oder (c) Hybrid (Batterie plus Verbrennungsmotor) ist.

Die Hauptvorteile von Elektro-Lkw bestehen darin, dass sie keine Diesel- oder Benzinabgase erzeugen und sehr leise sind, wodurch keine Lärmbelastung entsteht. Dies macht sie ideal für den Transport in stark frequentierten Stadtgebieten. Da die Strom- und Wartungskosten oft niedriger oder vergleichbar mit denen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind, sind sie eine attraktive „grüne“ Option. Zudem kann Strom auf vielfältige Weise erzeugt werden, sodass Betreiber nicht von einer Energiequelle abhängig sind.

Trotz dieser Vorteile erfüllen Elektro-Lkw derzeit nicht vollständig die Anforderungen des internationalen Fernverkehrs und sind auf Ladeinfrastruktur angewiesen. Sie gewinnen vor allem im asiatisch-pazifischen Raum an Bedeutung, und für Afrika werden in Zukunft Geschäftsmöglichkeiten erwartet. Europa hält jedoch derzeit den größten Marktanteil. Führende Märkte sind Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz, unterstützt durch staatliche Anreize.

Hersteller wie Daimler und Volvo treiben die Elektrifizierung voran. Daimler Truck plant, bis 2040 vollständig elektrisch zu werden, mit dem ersten Schritt, dem eActros, der zunächst in ausgewählten europäischen Märkten erhältlich ist. Mit einem Gesamtgewicht von bis zu 40 t und zwei- oder dreiachsiger Ausführung wird der eActros mit drei oder vier Batteriepaketen (je 105 kWh) ausgestattet, insgesamt 315–420 kWh, mit einer Reichweite von bis zu 400 km. Volvo plant, dass bis 2030 die Hälfte aller hergestellten Lkw elektrisch ist, entweder batterie- oder brennstoffzellenbetrieben.

LNG

Eine weitere umweltfreundliche Option ist verflüssigtes Erdgas (LNG), das sich als kurzfristige Lösung für Lkw anbietet. LNG hat eine höhere Energiedichte als Diesel, was es für den Straßentransport attraktiv macht. Im Vergleich zu CNG (komprimiertes Erdgas), das bei Pkw und Bussen üblich ist, erfüllt LNG die Langstreckenanforderungen besser, da mehr Energie pro Volumen gespeichert werden kann.

LNG entsteht durch Abkühlung von Erdgas oder Biogas und muss in speziellen Tanks gelagert werden, was diese Option kostspielig macht. Mit Unterstützung der EU und nationaler Regierungen hat sich das LNG-Tankstellennetz in Europa deutlich ausgeweitet; frühere Ausbauprognosen sind inzwischen überholt, aktuelle Stationszahlen nennen die Netzbetreiber. In Deutschland war die Befreiung von der Lkw-Maut ein wichtiger Anreiz für Erdgas-Lkw – sie ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen. Auch in Indien und China wird der Ausbau von LNG-Lkw vorangetrieben.

Überprüfung der Emissionsklasse eines Lkw anhand der Zulassung

Wenn Sie unsicher sind, welche Emissionsklasse Ihr Fahrzeug hat, finden Sie diese in der Zulassungsbescheinigung Teil I: Die Emissionsschlüsselnummer steht in Feld 14.1, im Klartext beschrieben wird sie in Feld 14. Die Formulierung „Schlüsselnummer zu 1“ stammt aus dem alten Fahrzeugschein, der bis Oktober 2005 ausgegeben wurde.

Toll Collect ordnet die Schlüsselnummern mautpflichtiger Lkw den Schadstoffklassen zu (Auszug, Stand 12/2023):

SchadstoffklasseSchlüsselnummern in Feld 14.1
EURO 00000, 0088, 0098, 0099, 0601, 0602
EURO 10610, 0611, 0612, 0630, 0631, 0632, 0640, 0641, 0642, 0643, 0650, 0651, 0652, 0653
EURO 20620, 0621, 0622, 0633, 0644, 0654, 0660, 0661
EURO 30634, 0645, 0655, 0670, 0671
EURO 40635, 0680, 0681
EURO 50683, 0684, 35A0, 35D0, 35E0, 35F0, 35H0, 35I0, 35J0, 35L0, 35M0
EEV 10690, 0691
EURO 636N0 bis 36Y0, 36ZA bis 36ZL, 66A0 bis 66E0, 6644, 6645

Die vollständige Liste führt Toll Collect in der Übersicht „Schadstoffklassen“; Nummern, die dort fehlen, klärt das Schlüsselnummernverzeichnis des Kraftfahrt-Bundesamtes. Bei ausländischen Fahrzeugen kann der Schlüssel in Feld 14.1 vom deutschen System abweichen.

Fahrzeugklassen N1, N2 und N3

Neben der Schadstoffklasse steht in der Zulassungsbescheinigung auch die Fahrzeugklasse. Fahrzeuge, die nach Bauart und Einrichtung zum Transport von Gütern bestimmt sind, bilden die EU-Klasse N. Das Kraftfahrt-Bundesamt unterteilt sie nach zulässiger Gesamtmasse: N1 bis 3,5 Tonnen, N2 über 3,5 bis 12 Tonnen und N3 über 12 Tonnen. Die Klasse entscheidet unter anderem über den Euro-7-Zeitplan: N1 folgt den Fristen für leichte, N2 und N3 denen für schwere Nutzfahrzeuge.

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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Geschäftsführer der truckoo GmbH, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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